Qualitätsmanagement -speziell für Heilberufe

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA*) verpflichtet alle Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und medizinische Versorgungseinrichtungen, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, ein anerkanntes Qualitätsmanagement zu implementieren. Praxen müssen dies bis Ende 2009 (Zahnärzte bis Ende 2010), bzw. innerhalb von vier Jahren nach Beginn einer vertragsärztlichen Tätigkeit abgeschlossen haben.
Die Einführung eines Qualitätsmanagements wird von den kassenärztlichen Vereinigungen kontrolliert. An dieser Stelle möchten wir Sie über dieses Thema detailliert informieren. Dies ist auf diesem Wege sicherlich nur ansatzweise möglich, tiefer gehende und für den Einzelfall relevante Auskünfte erteilen wir gerne telefonisch!

Zielsetzung der Einführung

Der G-BA möchte mit der Einführung von QM-Systemen erreichen, dass eine kontinuierliche Qualitätsförderung und Verbesserung stattfindet. Zudem soll dadurch die Arbeitszufriedenheit von Praxisleitung und -mitarbeitern erhöht werden. Durch die Identifikation relevanter Abläufe, deren systematische Darlegung und dadurch hergestellte Transparenz sollen Risiken erkannt und Probleme vermieden werden. Durch klare Praxisziele und straffere, definierte Abläufe gewinnen die Mitarbeiter mehr Zeit und werden entlastet. Grundlage hierfür ist jedoch ein sinnvolles QM-System und keines, das Abläufe definiert, die gar nicht definiert werden müssen! Das Qualitätsmanagement soll darauf abzielen, alle an der Versorgung Beteiligten angemessen einzubeziehen.

Vorteile und Nutzen eines QM-Systems

An dieser Stelle möchten wir Ihnen nicht von den vielen Vorteilen vorschwärmen, sondern darstellen, wie Praxen ihr QM-System sehen, die ein solches bereits eingeführt haben. Hierbei beziehen wir uns auf die Studie »Qualitätsmanagement in der ärztlichen Praxis 2008« der Stiftung Gesundheit. Nach dieser Studie

  • sehen 78% der Befragten Arztpraxen einen großen Nutzen in der Außenwirkung als Gütesiegel
  • in 72% der Fälle werden die Arbeitsabläufe in der Praxis gestrafft
  • in 60% der Praxen wurden die Mitarbeiter durch die Einführung des QM-Systems motiviert
  • in über der Hälfte aller Praxen wurde die Arbeitszufriedenheit gefördert und eine höhere Wirtschaftlichkeit der Praxis erreicht, sowie die Patientenbindung messbar verbessert.

Die Hauptfunktionen des QM-Systems sehen die Praxen überwiegend in einer effizienteren Gestaltung der Arbeitsabläufe (85%), als Orientierunghilfe für die Mitarbeiter (63%) und in einer Verbesserung der Behandlungsqualität (46%). Eine Rationalisierung von Mitarbeitern aufgrund des QM-Systems ist nicht auszumachen, eine Einschränkung aufgrund einer möglichen Standardisierung ärztlicher Leistungen wurde in 19% der Fälle angegeben (diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um ca. 30% gesunken).

Nachteile und Lasten eines QM-Systems

Zu möglichen Nachteilen gehören zum ersten sicherlich die Kosten für die Einführung und die Pflege und Weiterentwicklung eines QM-Systems. Um hier unnötige Lasten zu vermeiden ist es wichtig, von Anfang an einen Partner zur Seite zu haben, der sein Handwerk versteht und in der Lage ist »die Spreu vom Weizen« zu trennen. Im Klartext: Sie benötigen nicht viele Beratertage, sondern einen Berater, der schnell mit Ihnen gemeinsam die Kernprozesse erarbeitet und keine unnötig komplexe und zu umfassende Dokumentation aufbaut, der Ihnen die Werkzeuge an die Hand gibt, mit denen Sie effektiv und auch selbstständig arbeiten können, auch wenn Sie sich noch nicht monate- oder wochenlang mit dem Thema Qualitätsmanagement befasst haben.

In einzelnen Fällen besteht sicherlich die Gefahr, sich zu sehr auf das Thema Qualitätsmanagement zu konzentrieren und andere wichtige Themen, wie z. B. das Praxismarketing zu sehr aus den Augen zu verlieren.

Die Vielzahl an QM-Systemen kann Verwirrung stiften und birgt sicherlich auch Gefahren in sich. Es ist leicht möglich, sich für das falsche System zu entscheiden, da es auf den ersten Blick das einfachste, unkomplizierteste oder preiswerteste ist. Was aber, wenn es von Ihrem Vertragspartner nicht anerkannt wird? -Oder was, wenn Krankenkassen irgendwann zu der Überzeugung kommen, dass doch eine Zertifizierung notwendig ist. Hier sollte man gewappnet sein und sich für eines der Systeme entscheiden, die nicht nur eine Grundlage für die Einführung eines QM-Systems schaffen (also kein wirkliches, vollwertiges QM-System darstellen), sondern die auch eine Zertifizierung nach allgemein anerkannten QM-Standards ermöglichen. Nur so gehen Sie sicher, später nicht feststellen zu müssen, dass Sie umsonst gearbeitet haben.

Welches System ist das Richtige?

QM-Systeme gibt es -wie oben bereits angedeutet- wie Sand am Meer. Es gibt national anerkannte, international anerkannte und zusätzlich noch Systeme regionaler Institutionen, wie z. B. Hochschulen. Zudem gibt es noch spezielle Systeme für einzelne Fachrichtungen. Welches nun das speziell für Sie und Ihre Anforderungen passende ist, ist daher nur schwer zu beantworten. Zum einen ist hier sicherlich Vorsicht und genaues Nachfragen geboten, da verschiedene QM-Systeme gar keine sind; in einigen Fällen handelt es sich lediglich um vorbereitende Maßnahmen zur Einführung von QM-Systemen, was allerdings erst deutlich wird wenn bereits die ersten kostenpflichtigen Maßnahmen angelaufen sind. Zum zweiten sollte überdacht werden, ob man später vielleicht doch einmal eine Zertifizierung anstrebt (weil dies vielleicht auch später einmal von Kassen oder Leistungsgemeinschaften gefordert wird?). In diesem Fall kann es ratsam sein, sich für ein Modell zu entscheiden, das den Zusatznutzen beinhaltet nach anerkannten Standards zertifiziert werden zu können. So sind Sie -möglicherweise ohne Mehrkosten bei der Implementierung!- für alle Wahrscheinlichkeiten gewappnet. Zudem können diese QM-Systeme auch bei möglichen gerichtlichen Auseinandersetzungen (z. B. bzgl. ärztlicher Sorgfaltspflicht) ein gewichtiger Pluspunkt sein!
Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne eine informative Übersicht über die gängigsten Systeme. Rufen Sie uns einfach an, schicken Sie uns eine eMail oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Kosten für das QM-System/ Förderung

Sicherlich sind die Kosten für die Einführung und den Betrieb eines Qualitätsmanagements einer der Haupt-Entscheidungsgründe. Diese sind sicherlich absolut zu sehen, wichtig ist allerdings auch, die oben beschriebenen Hintergründe und möglichen langfristigen Entwicklungen zu berücksichtigen, um nicht irgendwann nachinvestieren zu müssen. Das System muss zu den Gegebenheiten Ihrer Praxis passen und flexibel genug sein, um individuell angepasst werden zu können.
An dieser Stelle möchten wir den zeitlichen Aufwand bei QEP und ISO mit GildeNET einmal für Sie gegenüberstellen:

QM-System
Dauer der Einführung**
(in Wochen)
Aufwand Arzt
(in Stunden)
Aufwand Mitarbeiter
(in Stunden)
Aufwand Mitarbeiter
(in Stunden)
QEP*
46
165
234
399 (ca. 50 Tage)
ISO 9001 mit
GildeNET
16
55
80
135 (ca. 17 Tage)
Ersparnis bei
ISO 9001 mit
GildeNET
30
110
154
264 (ca. 33 Tage)

Fazit: Bei der Einführung eines Qualitätsmanagements nach ISO 9001 mit GildeNET sind Sie im Vergleich zu QEP 30 Wochen früher fertig und sparen ca. 264 Arbeitsstunden (bei 8 Stunden pro Tag also ca. 33 Tage!); davon 110 Arztstunden und 154 Stunden der Mitarbeiter! -Rechnen Sie Ihre persönliche Ersparnis bitte selbst aus, nach unserer Rechnung (Mitarbeiter-Stunde 13,- Euro, Arzt-Stunde 90,- Euro incl. Nebenkosten) liegt die Ersparnis bei fast 12.000,- Euro!

Unsere zertifizierten QM-Berater sind in der Lage, ein QM-System in einer Praxis innerhalb von nur 3 Beratertagen zu implementieren. Übrigens können auch Förderungen beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) beantragt werden. Gefördert werden bis zu 50% (in den neuen Bundesländern [außer Berlin] und im Regierungsbezirk Lüneburg 75%) der in Rechnung gestellten Kosten (maximal 1.500 Euro). Die Beantragung übernehmen wir selbstverständlich für unsere Kunden!

*) Angaben der Studie »Qualitätsmanagement in der ärztlichen Praxis 2008« der Stiftung Gesundheit
**) von der Ist-Aufnahme bis zur Erreichung der Zertifizierungsreife (ohne Zertifizierung)

Zertifizierung ja oder nein?

Nach heutigem Stand der Dinge ist eine Zertifizierung nicht notwendig. Sollte sie notwendig werden oder gewünscht sein (da ein Zertifikat nach einem bekannten Standard wie z. B. ISO einen guten Marketings-Effekt hat) sollte bereits bei der Einführung eines Systems berücksichtigt werden welche Art der Zertifizierung möglich ist.

Unsere Lösung für Sie

Die GildeNET Services oHG bietet ein Konzept aus Beratung und EDV-gestützter Eigenleistung an. In einem gemeinsamen Termin führen wir eine IST-Aufnahme in Ihrer Praxis durch. In der Realität ist es unserer Erfahrung nach so, dass einige für das Qualitätsmanagement notwendige Dinge in den meisten Praxen bereits vorhanden sind. Einige der Grundlagen sind also bereits vorhanden und müssen nicht »neu erfunden« werden. Selbstverständlich sind unsere QM-Berater auch in der Lage, ein System, bei dem bereits mit der Einführung begonnen wurde, zu übernehmen! Auch wenn Sie eine Überprüfung der bisherigen Aktivitäten wünschen sprechen Sie uns gerne an.

Nach der Feststellung des aktuellen Standes besprechen wir gemeinsam Ihre Qualitätsziele und Ihre Erwartungen an uns und Ihr QM-System. Gemeinsam legen wir das passende QM-System fest und richten die Software QM interaktiv ein. Mittels dieser Software ist die Grundlage für die Eigenleistung gelegt. Sie dient als Wegweiser und QM-Handbuch. Als Dokumentationswerkzeug verfügt sie über eine automatische Versionsverwaltung, die es problemlos ermöglicht, die Weiterentwicklung Ihres QM-Systems zu belegen. In der Dokumentenverwaltung sind hunderte von Vorlagen integriert, die lediglich an Ihre Abläufe angepasst werden müssen. Welche Vorlagen aus den vorhandenen für Sie relevant sind bespricht Ihr QM-Berater mit Ihnen, einen Großteil schlägt Ihnen die Software auch interaktiv vor.

Bevor Sie und Ihre Mitarbeiter sich an die Arbeit machen wird ein Zeitplan erstellt und die Mitarbeiter werden geschult.
Nach der Erarbeitung einiger Kernprozesse und Dokumente wird ein großer Teil durch Ihre Mitarbeiter realisiert. Während dieser Phase stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Klärung von Fragen zur Verfügung -vor Ort, aber auch spontan per Telefon oder eMail!

Im Anschluss findet ein Termin zur Sichtung des erreichten Standes statt, der als Internes Audit gestaltet ist. Das heißt, hier wird ein Audit durchgeführt, das ein Zertifizierungs-Audit simuliert, wie es im Rahmen einer Zertifizierung durchgrführt werden würde. Auf diese Art werden die letzten Schwachstellen gefunden und können beseitigt werden. Abschließend findet dann die »Management-Bewertung« statt.
Sollten Sie dann den Wunsch haben, Ihr Qualitätsmanagement zertifizieren zu lassen begleiten wir Sie auf Wunsch auch gerne beim Zertifizierung-Audit durch eine unabhängige Dritte Partei!

 
*) G-BA ist das oberste Beschluss-Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen Deutschlands.